Sehnsucht und Fremdsein im Rhythmus Argentiniens

Sie sind wie zwei Fremde, die uns die Klänge einer anderen Kultur näherbringen: Coleümes-Kopf Laurent Leroi und Popforscher-Bassist Michael Herzer haben sich auf ihrem zweiten Album "Como dos estraños" (Wie zwei Fremde) erneut der argentinischen Musik angenommen und sie in außergewöhnlicher Manier aufbereitet.

Mit Akkordeon und Kontrabass intonieren sie die laut Herzer "zweitberühmtesten Klassiker" des Tangos, der Milonga und des argentinischen Walzers. Und das tun sie wie gewohnt geradlinig und schnörkellos, aber trotzdem mit großer Leidenschaft und Virtuosität.

Das Fremdsein wird auch im Spiel der Mannheimer Musiker fühlbar: Tiefe, dunkel-melancholische Züge prägen selbst rhythmisch beschwingte Stücke wie "La Milonga De Buenos Aires" von Francisco Canaro.

 

Seit seinem ersten Album "Tango" aus dem Jahr 2006 hat das Duo zu einem noch feineren und ausarrangierteren Stil gefunden.

Zu hören sind unter anderem bekannte Stücke der 40er und 50er Jahre wie "Volver" von Carlos Gardel, "Campo Afuera" von Rudolfo A. Biagi oder "El Viejo Vals" von Charlo. Durch die minimale und ungewöhnliche instrumentelle Besetzung erhalten die Stücke einen emotionalen Klangwert, der sie dennoch tanzbar macht.

 

Auf der anderen Seite überrascht das Duo immer wieder durch jähe Abbrüche und macht die eigentlich bekannten Stücke unvorhersehbar spannend. Auch die Eigenwerke "Canela Molida" und "Mitad Del Mundo" sind virtuos gestaltet, Tangos, die inmitten der Klassiker keineswegs deplatziert wirken. (Kristina Folz im Mannheimer Morgen, 18.3.2009  )

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